Prof. Dr. Gerald H. Haug

Prof. Dr. Gerald H. HaugMax-Planck-Institut für Chemie, Mainz und Departement Erdwissenschaften, ETH Zürich

Der Klimawandel aus geowissenschaftlicher Sicht
Während der gesamten Erdgeschichte unterlag das Klima großen Schwankungen – lange bevor der Mensch massiv in diese Abläufe eingegriffen hat. So war es in der Kreidezeit und im frühen Känozoikum deutlich wärmer als heute und die Pole waren eisfrei. Die Klimageschichte war danach, seit 55 Millionen Jahren, vor allem durch ein Thema geprägt: die Erde kühlte ab. Vor 36 Millionen Jahren vereiste die Antarktis und seit 2,7 Millionen Jahren ist unser Planet auf beiden Polen eisbedeckt. Es ist eine zentrale Frage der klimaforschenden Geowissenschaften, inwieweit diese Prozesse durch den menschgemachten Klimawandel revidiert werden können und in welchen Zeiträumen das passiert. Das Klima hat sich auch auf weitaus kürzeren Zeitskalen, von Jahrtausenden bis Dekaden, regional drastisch verändert. Gerade die dekadischen Klimaschwankungen hatten einen wesentlichen Einfluss auf den Lebensraum des Menschen und haben immer wieder die Geschichte früher Hochkulturen geprägt. Zwei Beispiele dafür sind die Maya-Kultur und die dynastische Entwicklung Chinas.

Zur Person
Geboren am 14. April 1968 in Karlsruhe, Diplom in Geologie an der Universität Karlsruhe (1992), Promotion an der Universität Kiel (1995), Postdoktorand am GEOMAR, Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (1995-1996), Postdoktorand in der Abteilung für Ozeanografie an der University of British Columbia in Vancouver, Canada (1996-1997), Postdoktorand an der Woods Hole Oceanographic Institution in Massachusetts, USA (1997-1998), Research Assistant Professor an der University of Southern California in Los Angeles, USA (1997-1998), Oberassistent an der ETH Zürich (2000-2002), Habilitation in Erdwissenschaften an der ETH Zürich (2002), Professur am Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) und der Universität Potsdam (2003-2007), Professur für Klimageologie an der ETH Zürich seit 2007, Direktor der Abteilung Klimageochemie sowie Wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz seit 2015.